Einleitung - wie beurteilen wir Röntgenbefunde

Brustvergrößerungen mit Silikongel gefüllten Implantaten haben sich weltweit millionenfach bewährt. Das Material ist das am am Besten verträgliche und durch seine gelartige Konsistenz der natürlichen Brust am Ähnlichsten. Ich verwende nur höchste Qualität bei den Herstellern von Brustimplantaten.

Alle internationalen Studien zeigen, dass Frauen mit Brustimplantaten weniger häufig an Brustkrebs (ausgenommen das extrem seltene ALCL) erkranken. Dies ist durch bessere Tastbarkeit und wahrscheinlich eine bessere Immunlage bedingt. Auch nach den Eingriff sollten Sie sich regelmäßig vorbeugend untersuchen lassen. 

Untersuchung der vergrößerten Brust durch den Radiologen

Genau in demselben Intervall wie ohne Brustimplantate sollten Sie sich mit Implantaten beim Radiologen zum Ausschluss eines Tumors untersuchen lassen. Bei dieser Untersuchung müssen Sie vorher sagen, dass Sie ein Brustimplantat haben. 

Das Brustimplantat im Mammographie Röntgen:
Das Implantat ist im Röntgen als helle Struktur in der Form eines gefältelten Sackes erkennbar. Wieso kommt es nun zu einer Faltenbildung? Dies deshalb, da das Implantat aus einer weichen, aufgerauten Hülle aus Silikon besteht. Diese Hülle besteht aus meist sechs Schichten, die praktisch allen was Sie aushalten, auch aushält. Implantatrisse bei den von mir verwendeten hochwertigsten Implantaten sind somit sehr, sehr selten!  Das Innere der Implantate besteht aus einem weichen Gel, das man in der Konsistenz mit Gummibärchen vergleichen könnte. Damit sich das Implantat den Bewegungen des Körpers und der Brust anpassen kann, muss es Falten bilden können. Diese Falten sind ganz normal.

Die Mammographie wird durchgeführt um eine mögliche Krebsgefährdung zu beurteilen! Der wichtigste Satz für Sie ist: „Keine Malignität“.  Damit das Implantat das Bild der Brust nicht verdeckt, werden oft seitlich geführte - sogenannte tangentiale -Aufnahmen gemacht. Kann der Radiologe nun durch diese Aufnahmen die Brust nicht ausreichend beurteilen, werden in vielen Fällen Ultraschalluntersuchungen durchgeführt.

Das Brustimplantat in der Ultraschall Untersuchung:
Auch die Ultraschall Untersuchung dient zum Erkennen eines Brustkrebses, nicht zur Beurteilung, ob ein Brustimplantat intakt ist. Wenn nämlich eine normale Falte des Brustimplantates im Ultraschall gesehen wird, so zeigt sich diese als Strich und man kann glauben, es handelt sich um einen Riss im Implantat. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass es hier in vielen Fällen zu einer unrichtigen Beurteilung des Implantates kommt. Zudem kommt, dass nicht alle Radiologen die gleiche Erfahrung mit Brustimplantaten haben können.

Das Brustimplantat in der Kernspintomographie - MRI Untersuchung:
 Auch die MRI Untersuchung dient zum Erkennen eines Brustkrebses, nicht nur zur Beurteilung des Implantates. Im Kernspintomographen kann der Radiologe mehr Details erkennen. Er sieht zum Beispiel, ob zwischen Implantat und der Bindegewebs  -Hülle (der sogenannten Kapsel) des Körpers etwas Lymphflüssigkeit vorhanden ist. Dies ist in den meisten Fällen der Fall. Mir berichten Radiologen, wie OA Dr. Christian Weismann, dass man in dieser Zwischenschicht die sie intrakapsuläre Schicht nennen, manchmal Strukturen in einer ähnlichen Dichte wie im Implantat erkennt. Dies wird dann auch im Befund vermerkt. Nun sollen die Patientinnen nicht verunsichert werden, da es sich um keine Erkrankung handelt und auch das Implantat in der Regel intakt ist.

Wichtig: die klinische Untersuchung beim Plastischen Chirurgen

Die Konsequenz aus einem Befund, der den Verdacht auf einen Implantat Riss äußert:

Gemeinsam mit den Radiologen wollen wir unsere Patientinnen bestmöglich betreuen und nicht unnötig einen Implantatwechsel durchführen. Ein radiologischer Befund eines möglichen Implantat Risses sollte vom Plastischen Chirurgen begutachtet werden: Hier kommt der äußerlichen Befundung durch Abtasten eine wichtige Rolle zu.

Wenn der Plastische Chirurg keine wesentliche Formveränderung und keine verstärkte Kapselbildung - die sogenannte Kapselfibrose feststellt, kann man ohne Probleme zuwarten: Ändern Sie Ihre körperlichen Aktivitäten nicht, betreiben Sie wie bisher Sport. Wir empfehlen lediglich in ca 6 Monaten bis zu einem Jahr eine Kontroll MRI Untersuchung beim Radiologen. Wenn sich in dieser Zeit nichts verändert hat, so besteht auch kein Grund das Implantat zu tauschen.

wann muss das Brustimplantat wirklich getauscht werden

Wann ist das Brustimplantat nun wirklich zu tauschen:
Keine Patientin und auch kein Chirurg möchte ein intaktes Implantat bei schöner Brustform tauschen. Einerseits ist wieder ein zwar risikoarmer aber nie völlig risikoloser Eingriff nötig. Zudem entstehen Kosten für die Operation, die nicht bei den Kosten für die Erstoperation einkalkuliert sind und somit vom Patienten zu tragen sind. Auch dies sorgt für eine manchmal unangenehme Situation. Ein gerissenes Implantat erhalten wir vom Hersteller ersetzt, ob es allerdings wirklich gerissen ist wissen wir erst während der Operation!

Somit muss die Indikation für einem Implantat Tausch sorgfältig gestellt werden: Bei starker Kapselfibrose:
Ein Tausch ist nötig und sinnvoll, wenn der Körper die Bindegewebs-Hülle um das Implantat so strafft, dass das Implantat einggengt wird. Dadurch wirkt die Brust verhärtet. Dies ist sowohl von der Form als auch vom Gefühl unangenehm. Dies entsteht einfach in einem kleinen Prozentsatz und ist nicht Schuld des Chirurgen oder Implantat-Herstellers. Andererseits kann man auch mit einem Tausch zuwarten, da es nicht akut korrigiert werden muss.

Bei Formveränderung wie Absinken der Brust:
Ziel der Brustvergrößerung ist eine schöne, natürliche Brust. Diese bleibt über die Jahre nicht unverändert. Da das Implantat über die Kapsel auch mit der Muskulatur verbunden ist, wird die Brust nicht so weit absinken, wie wenn es sich um normales Brustgewebe handelt. Die Haut der Brust wird jedoch wie auch die am Rest des Körpers mit der Zeit schlaffer und es kann sinnvoll sein, die Brust zu straffen. Dabei muss das Implantat aber nicht immer getauscht werden.

Die Implantatgröße soll geändert werden:
Im Laufe des Lebens ändert sich die Wahrnehmung des Körpers. Was früher einmal gefallen hat, ist vielleicht nun weniger ansprechend. Anders als z.B. bei Tätowierungen kann die Größe der Brust leichter korrigiert werden. Ein Implantat kann zum Beispiel jederzeit entfernt werden, obwohl dies kaum gewünscht wird. Wenn kein Implantat mehr gewünscht wird, kann Eigenfett etwas Brustgewebe ersetzen. Meist muss bei einer Verkleinerung die Brust gestrafft werden. Bei der Straffung ist immer ein Schnitt um die Brustwarze nötig, manchmal auch ein senkrechter dazu. Danach wirkt die Brustform runder und jugendlicher.

Es besteht ein dringender Verdacht auf einen Tumor der Brust:
Dabei wird die Operation und auch die Möglichkeit einer Brustrekonstruktion entweder wieder mit Implantat oder Eigengewebe durch ein Chirurgenteam eines Brustzentrums besprochen.

Zusammenfassend:

Generell ist zu sagen, dass Brustimplantate nicht automatisch getauscht werden müssen. Internationale Studien zeigen, dass ca 1,4 Implantate pro Lebensalter eingesetzt werden. 

Es ist somit nicht ungewöhnlich, wenn eine Brust im Laufe des Lebens nochmals korrigiert werden soll, damit sie harmonisch zum Körper passt. Auch in anderen Bereichen der Medizin - denken wir nur zum Beispiel an Zahnkronen - ist es normal, dass Behandlungen wiederholt werden müssen.

Mein Anliegen ist es, Ihnen durch diese Information unnötige Ängste zu nehmen und Sie objektiv zu informieren. Falls Sie weitere Fragen zu Brust Implantaten und deren Beurteilung haben, besprechen Sie diese bitte jederzeit persönlich mit mir.

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