Schönschrift - Ausgabe 2 - Seite 6

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SCHÖNHEIT UND KUNST IM ZENTRUM
EINER PODIUMSDISKUSSION

 

Die Festspiel-Ausstellung der international renommierten Galerie Budja war 2005 dem Thema „Kunst und Schönheit“ gewidmet. In diesem Zusammenhang lud der Galerist zu einer Podiumsdiskussion, dem Pillow-Talk, im exklusiven Kreis.
Galerist Rudolf Budja, Fotografin Fürstin Manny Sayn- Wittgenstein-Sayn, Cartier Repräsentantin Gräfin Lambsdorff und Dr. Walther Jungwirth beleuchteten mit einem sehr engagierten Publikum, das sich ganz stilecht auf großen arabischen Kissen räkelte, die unterschiedlichen Aspekte von Schönheit.

Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich die Diskussion vom ursprünglichen Thema „Kunst und Schönheit“ in Richtung Schönheits-Kunst und zur Frage „Wie natürlich muss die menschliche Schönheit sein oder wie sehr dürfen Mann oder Frau nachhelfen?“

Hier wurde die Diskussion immer emotionaler – und jeder Gast hatte einen sehr persönlichen Standpunkt. Wobei zu beobachten war, dass mit zunehmendem Alter der DiskutantInnen die Gelassenheit ebenso wie die Pro-Stimmen zunahmen.

In seinem Referat verwies Dr. Jungwirth auf ein seit der Steinzeit vorhandenes Schönheitsideal: „Die 25 Millionen Jahre alte Venus von Willendorf beeindruckt durch Ihre Leibesfülle – damals wegen der kargen Lebensumstände eine nur sehr schwierig zu erreichende Körperform.

 

Heute erleben wir das Gegenteil: es ist in unserem Lebensumfeld sehr schwierig und teuer, schlank zu bleiben!

Schlankheit muss durch Sport, Fitness, ausgewählte Ernährung, Verzicht auf Genuss und Rauchen bis zur Schönheitschirurgie erkauft werden. Fettsucht ist heute eine Volkskrankheit, während unsere heutigen Modelfiguren noch vor 50 Jahren mit „Armut“ assoziiert worden wären.“ Per se sei das Streben nach einem Schönheitsideal aber nichts Verwerfliches, da es auch unseren Lebensstil positiv beeinflusse, da waren sich alle DiskutantInnen einig. So meinte Jungwirth: „Eine Frau, die wegen Ihres Haut- Teints mit dem Rauchen aufhört, hat gleichzeitig enorm viel für Ihre Gesundheit getan. Natürlich berichten die Medien gerne über Auswüchse des Schönheitshypes, wie zum Beispiel enorme Brustvergrößerungen.

Ich erlebe jedoch täglich die positiven Auswirkungen einer körpergerechten Brustvergrößerung auf das Leben meiner Patientinnen.”

Dass das Thema in den nächsten Jahren auch weiterhin die Gemüter erhitzen wird, davon ist Dr. Jungwirth überzeugt und er schließt mit einigen kritisch-philosophischen Gedanken zum Umgang der Öffentlichkeit mit seiner Profession:

“Es ist generell schwierig, die positiven Auswirkungen der Aesthetischen Chirurgie zu vermitteln. Am besten drücken sich da meine PatientInnen im Zwiegespräch aus, auch viele Dankesbriefe sind berührend. Dritten gegenüber wird der Eingriff fast immer verschwiegen. Das Verständnis von Außenstehenden für die Probleme kann nämlich leider nicht vorausgesetzt werden. Als ich vor fünfzehn Jahren mit der Aesthetischen Chirurgie die erste derartige Abteilung in Österreich gründete, hoffte ich, dass sich das bessern würde – leider ist es nicht eingetreten. Durch die Überinformation in den Medien der letzten Jahre bis hin zu TV Shows wie „The Swan“ wurde das sensible Thema Schönheitschirurgie vergewaltigt. Dazu haben sich viele inkompetente Schönheitsärzte auf die PatientInnen gestürzt. Leider habe ich in meiner Funktion als gerichtlich beeideter Sachvertändiger häufig mit den Folgen zu tun. Andererseits erlebe ich jeden Tag Beweise, wie die hoch spezialisierte Arbeit eines Plastischen Chirurgen enorm positiven Einfluss auf das tägliche Leben von Menschen aller Altersstufen nimmt. Ich bin überzeugt, dass wenn sich der Medienhype gelegt, bei den Ärzten sich die Spreu vom Weizen getrennt hat, die Beurteilung der Aesthetischen Plastischen Chirurgie nur positiv ausfallen kann...”

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Update: Februar 2012