Schönschrift - Ausgabe 3 - Seite 7

AUSSENDUNG DER
ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT
FÜR PLASTISCHE CHIRURGIE

 

ÄSTHETISCHE EINGRIFFE:
PATIENTINNEN UND PATIENTEN SAGEN
JA! - ABER BITTE NUR VOM FACHARZT!

 

Die aktuellen Zahlen, dass jeder zweite Patient nach einem ästhetischen Eingriff mit dem Ergebnis unzufrieden ist, lassen den Ruf der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) nach Qualitätssicherung noch lauter werden.
Zum Thema Patientenzufriedenheit hat der Leiter der Arbeitsgruppe „Ästhetische Chirurgie“ der ÖGPÄRC Dr. Walther Jungwirth, Vorstand der Abteilung für Plastische Chirurgie an der EMCO Privatklinik Bad Dürrnberg bei Salzburg, an der eigenen Klinik eine Studie durchgeführt. Das Ergebnis steht auf den ersten Blick in Widerspruch zu den genannten Zahlen. Im Konkreten beweist es aber, dass jene Leistungen, die von qualifizierten plastischen und ästhetischen Chirurgen durchgeführt wurden, im Vergleich zu anderen ungleich besser bewertet werden.
„Das Ergebnis ist sogar positiver ausgefallen als angenommen.
Eine klare Mehrheit gibt sowohl der Betreuung und dem Behandlungsverlauf als auch dem Ergebnis nach dem Schulnotensystem eine klare Eins", bestätigt Dr. Walther Jungwirth.

 

IM DETAIL: SCHULNOTE 1,1 IN DER
GESAMTZUFRIEDENHEIT

Alle Patienten an der Abteilung für Plastische Chirurgie an der EMCO Klinik erhielten von Jänner 2005 bis August 2006 vier Wochen nach der Operation einen Fragebogen. 103 aller ausgesendeten Fragebögen, also etwa ein Viertel, konnten ausgewertet werden.

 

Den Kern der Studie bildeten sechs Fragen, die die Zufriedenheit mit der Betreuung, mit dem Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, dem Behandlungsverlauf, dem Ergebnis der Operation sowie mit den Informationen zur Operation ergründen sollten. Die letzte Frage lautet „Würden Sie uns weiterempfehlen?“
und wurde von 97% mit einem eindeutigen Ja beantwortet. Die Mehrheit der Patienten zeigte sich mit allen Punkten sehr zufrieden, unzufrieden waren jeweils weniger als 1%. Die Gesamtnote der Zufriedenheit fiel somit mit 1,1 hervorragend aus.
Wichtig ist zu bedenken, dass hinter jeder dieser Zahlen ein Patient steht, dem durch den Eingriff geholfen werden konnte, seine Lebensqualität zu verbessern.

 

QUALITÄT NUR VOM AUSGEBILDETEN FACHARZT

 

Ebenso positiv waren die Zahlen, was das Ergebnis der ästhetischen Operation selbst betrifft: Im Zuge der Befragung von Dr. Jungwirth gaben weniger als 1% der Patienten an, mit dem Resultat unzufrieden zu sein. 88% hingegen zeigten sich sogar sehr zufrieden.
All diese Patienten wurden von einem ausgebildeten Facharzt für Plastische Chirurgie operiert.
Doch dies ist nicht immer der Fall, was die große Diskrepanz zu den aktuell veröffentlichten Zahlen, nach denen die Hälfte der Patienten unzufrieden sein soll, erklären könnte.
Denn in Österreich gibt es bislang kein Gesetz, das die Durchführung einer ästhetischen Operation ohne entsprechende
Fachausbildung verbieten würde. Jeder Arzt, auch ohne fachspezifische Ausbildung, kann ästhetische Eingriffe anbieten. Ein enttäuschendes Ergebnis ist aber auch dann vorprogrammiert, wenn der Patient den Eingriff überstürzt oder unüberlegt vornehmen lässt oder wenn er einfach unrealistische Erwartungen an die ästhetische Operation hat. Diesen Fällen kann eine umfangreiche und offene Beratung

 

 

durch den Arzt entgegenwirken. Denn es ist Teil seiner Aufgabe, schon im Vorfeld abzuschätzen, ob die Erwartungen des Patienten durch eine Operation erfüllt werden können oder nicht. „Unsere Studie zeigt, dass jene Patienten, die sich im Vorfeld individuell und sorgfältig beraten lassen und während sowie auch nach der Operation von einem Facharzt qualitativ versorgt und behandelt werden, einfach zufriedener mit dem Ergebnis der ärztlichen Leistung sind“, erklärte der Facharzt für Plastische Chirurgie Dr. Walther Jungwirth.


 

WjEHRLICHE BERATUNG
SOLLTE ERNST
GENOMMEN WERDEN

Einzelne Beispiele aus meiner Praxis:


Herr X kommt vor 4 Jahren in eine Praxis und möchte seine Nasenspitze korrigiert haben. Nach der Untersuchung sage ich Ihm, seine Nase kann nur sinnvoll korrigiert werden, wenn auch der Rücken und der Knochen verändert wird. Herr X lehnt das ab. Ein Jahr später kommt Herr X nochmals zu mir und ich lehne neuerlich eine Korrektur der Spitze alleine ab, da danach die Proportion nicht mehr passen wird. Darauf lässt sich X bei einem auswärtigen Gesichtschirurgen die Nasenspitze operieren. Die Operation ist nicht erfolgreich, eine weitere Korrektur verschlechtert alles noch. Herr X kommt wieder zu mir, die Nase ist wie erwartet unproportional und nach links gekippt. Die vielen inneren Narben machen eine weitere Operation zu einem Risiko.
Ich verweise Herrn X an einen Spezialisten für voroperierte Nasen in Los Angeles...


Frau F. ist eine langjährige, nette Patientin von mir und einige Eingriffe wie ein Facelift sind perfekt verlaufen. Frau F. ersucht mich, Ihre Oberschenkel zu untersuchen. Ich sage ihr, ich sehe keine Möglichkeit, das sinnvoll zu korrigieren. Die uns zur Verfügung stehenden Methoden sind einfach nicht ausreichend und die Narben würden zu sehr stören. Ein Jahr später kommt Frau F. zu mir zur Botox Injektion. Am Ende der Behandlung zeigt Sie mir unter Tränen Ihre Oberschenkel. Sie hat sich bei einem bekannten Arzt operieren lassen: Wundheilungsstörung, drei Operationen, es wurden hässliche Narben an den Innenseiten der Oberschenkel, die Beine sehen aus wie O-Beine, an einen Badeanzug ist nicht zu denken... das kann leider nicht mehr korrigiert werden...


Oft erlebe ich Patientinnen, die auswärts ein einfach zu kleines Brustimplantat eingesetzt erhielten. Solche Implantate, die oft kleiner als 200 Gramm sind, verwende ich einfach nicht, denn damit kann man kein gutes Ergebnis erzielen. Die Distanz zwischen den Implantaten wird immer zu groß sein. Es ist aus meiner Sicht besser, lieber auf die Brustvergrößerung zu verzichten, als ein unbefriedigendes Ergebnis zu bekommen...

 

Ich kläre meine Patienten nach meiner über 15jährigen Erfahrung darüber sehr offen auf, dass ich nur sinnvolle Eingriffe durchführe.
Ein Restrisiko bleibt auch so übrig. Wenn ich kein gutes Ergebnis erwarte, lehne ich den Eingriff immer ab. Viele meiner Patienten schätzen meine Ehrlichkeit.
Wenn nicht, so findet man heute immer einen „Schönheitsexperten“, der jede Operation durchführt....

 

 

 

 

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Update: Februar 2012