ENTWICKLUNGEN
IN DER SCHÖNHEITSCHIRURGIE
IN 20 JAHREN
Ein Interview mit Dr. Jungwirth
WAS SIND DIE MARKANTESTEN ÄNDERUNGEN IN DER SCHÖNHEITSCHIRURGIE IN DEN LETZTEN 20 JAHREN?
Dr. Jungwirth: „Die Schönheitschirurgie hat in den letzten 20 Jahren sowohl von der medizinisch/wissenschaftlichen Seite, als auch von Seiten der Akzeptanz in der Bevölkerung einen enormen Aufschwung erlebt. Aus wissenschaftlicher Sicht haben sich die Operationen in ihrer Technik wesentlich verbessert, die Operationszeiten sind insbesondere bei uns sehr kurz geworden, auch haben sich die Erholungsphasen wesentlich verkürzt und gleichzeitig hat sich die Komplikationsrate massiv verringert. Dabei sind die Ergebnisse der Eingriffe natürlicher geworden und für die Patienten auch weniger belastend durch die Dämmerschlaf-Anästhesie. Kurz, wir können heute mehr für unsere Patienten machen, bei weniger Risiko und mit höchster Erfolgsrate.“
UND WIE SIEHT ES MIT DER AKZEPTANZ IN DER BEVÖLKERUNG AUS?
Dr. Jungwirth: „Hier gibt es genauso wie vor 20 Jahren Patienten und Patientinnen die auch ihren nächsten Angehörigen nichts von der Operation erzählen, aber insgesamt wird das Thema viel offener besprochen. Die Medien haben hier einen großen Beitrag geleistet. Ich verweise an dieser Stelle auf den Beitrag von Frau Proidl-Stachl in dieser Schönschrift. Auch wir haben viel dazu beigetragen, dass die Ästhetische Chirurgie aus der „Schmuddelecke“ herauskommt und als seriöse Möglichkeit, Altersveränderungen zu korrigieren, gesehen wird. Am ehesten merke ich das daran, dass ich sehr viele Akademikerinnen und Ärztinnen operiere. Gerade Ärzte als Berufsgruppe waren der Ästhetischen Chirurgie gegenüber lange Zeit sehr skeptisch eingestellt.“
WORAN HABEN SIE PERSÖNLICH GEMERKT, DASS ÄRZTE DER SCHÖNHEITSCHIRURGIE SKEPTISCH GEGENÜBER STEHEN?
Dr. Jungwirth: „ Bei mir war es während der Ausbildung zum Plastischen Chirurgen an der Universitätsklinik so, dass niemand von meiner Leidenschaft für die Schönheitschirurgie erfahren durfte. So bin ich im Geheimen in meinem Urlaub nach San Francisco gefahren und habe mich dort in der Ästhetischen Chirurgie ausbilden lassen. Mein Lehrer und Freund Dr. Bunkis, dessen Beitrag Sie auch in dieser Schönschrift lesen können, hat meine Karriere seit 1987 mitverfolgt und begleitet. Damals waren ja die USA das Wunderland der Schönheitschirurgie, aber heute setzen auch wir in Europa Meilensteine in diesem Fachbereich.“
WAS SIND DIE MEILENSTEINE IN IHRER KARRIERE?
Dr. Jungwirth: „Es freut mich sehr, dass ich Tausende Patienten erfolgreich operieren durfte, dass meine Abteilung an der EMCO Privatklinik ein wesentlicher und erfolgreicher Fachbereich der Klinik geworden ist und dass ich mehrere Kolleginnen und Kollegen erfolgreich zum Facharzt für Plastische Chirurgie ausbilden konnte. Am meisten motivieren mich in der täglichen Arbeit die Dankbarkeit und Freude, welche mir entgegen gebracht werden. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich einmal eigene Operationstechniken entwickeln werde. Hier ist das Fächerfacelift zu nennen, meine muskelschonende Technik bei der Brustvergrößerung ebenso wie eine sehr effiziente Kurznarbentechnik im Bereich der Brustverkleinerung und Bruststraffung. Ich bin sehr dankbar, dass mir das Talent zur Entwicklung und Durchführung dieser Operationen geschenkt wurde, aber auch, dass es mir möglich ist, meine Patienten dafür zu begeistern und ihr Vertrauen für die doch sehr heiklen Eingriffe zu gewinnen.“
NACH SO VIEL SCHÖNEM, WAS STÖRT SIE IN IHREM FACHBEREICH AM MEISTEN?
Dr. Jungwirth: „Mir tut jeder Patient leid, der auswärts behandelt wurde und mit einem für ihn nicht zufriedenstellenden Ergebnis konfrontiert ist. Gerade in der Ästhetischen Chirurgie drängen sich viele Ärzte ohne entsprechende Ausbildung und ohne das nötige Einfühlungsvermögen. Dazu werden oft wirkungslose Therapien angepriesen, die dem Patienten das Geld aus der Tasche ziehen ohne eine entsprechende Gegenleistung zu gewährleisten. Was ausufernde Medienberichte oder Beauty-Soaps betrifft, so würde ich selbst dabei nie mitmachen, wobei diesen Sendungen ein Unterhaltungswert nicht abzusprechen ist.“
WAS WÜNSCHEN SIE SICH FÜR DIE ZUKUNFT?
Dr. Jungwirth (lacht): „Narbenfrei operieren zu können. Nein, ich freue mich über jeden Patienten, wenn er zufrieden ist und wir ein gutes Ergebnis für ihn erzielen konnten. Für die Plastische Chirurgie wünsche ich mir eine seriöse Entwicklung unserer Techniken. Für mich persönlich, dass ich auch diese Techniken teilweise mitgestalten darf und dass wir das positive Klima in der Gesellschaft für Plastische Aesthetische und Rekonstruktive Chirurgie, deren Vorstandsmitglied ich bin, uns weiterhin erhalten können. Der EMCO Privatklinik wünsche ich, dass der Neubau der Klinik in Puch-Urstein gut und erfolgreich über die Bühne gehen wird. Natürlich Gesundheit für meine Patienten, meine Mitarbeiter, meine Familie und auch für mich – als oberstes Gut.“






