04/2019

ALCL: keine Verunsicherung mit Brustimplantaten, auch wenn Frankreich hier überzogen reagiert


Brustimplantate sind nach wie vor sicher

NEUE MELDUNG DAZU: die strenge Gesundheitsbehörde der USA, die FDA erlaubt weiterhin die uneingeschränkte Verwendung aller texturierten Brustimplantate!

Weltweit haben 35 Millionen Frauen Brustimplantate. Davon kam es in ca. 650 Fällen zur langsamen Ausbildung eines Lymphomes. Dies erst nach längerem Bestehen einer deutlichen Lymphansammlung. Die Behandlung besteht dann in einer Entfernung der bindegewebigen Kapsel und des Implantates.

Wenn jetzt in Frankreich der Einsatz von Brustimplantaten mit rauer Oberfläche gestoppt wird, so sind weltweit alle Fachgesellschaften derselben Meinung: dies ist eine überzogene Handlung.

Wichtig ist auch zu wissen, dass eine Entfernung der Implantate zur Vorsorge von allen Experten abgelehnt wird. Dazu ist das Risiko einfach zu gering.

Frankreich müsste in dieser Logik sofort den Verkauf von Autos, Fahrrädern oder Ski verbieten, denn diese haben ein viel, viel höheres Risiko umzukommen.

Die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, deren Präsident ich war, hat dazu eine Stellungnahme herausgegeben.

Hier die Zusammenfassung:

Die ÖGPÄRC hält wie viele andere Fachgesellschaften und Behörden das in Frankreich und Holland ausgesprochene Verbot texturierter Implantate für überzogen, da das tatsächliche Erkrankungsrisiko unter unseren hochwertigen Operationsbedingungen und mit den hierzulande verwendeten Implantaten sicher niedriger einzuschätzen ist als es in machen Untersuchungen beschrieben ist. Betroffene, die bereits ein Implantat tragen, müssen sich keinesfalls einer Explantation unterziehen, im Zweifelfall ist allerdings eine Kontrolle an der Stelle, wo die Implantation durchgeführt wurde, anzuraten.

Frauen, die sich einer neuen Implantation unterziehen, müssen aber ausführlich über die Problematik aufgeklärt werden. Die Prothesen mit glatter Oberfläche können auch potenzielle Nachteile wie verstärkte Kapselbildung und instabile Positionierung aufweisen, was wieder zu vermehrten Revisionsoperationen führen würde.

Eine Erfassung und konsequente Nachbeobachtung aller PatientInnen, die ein Brustimplantat bekommen, im Rahmen von Registern, wie dies die österreichischen FachärztInnen für Plastische Chirurgie im Rahmen der ÖGPÄRC bereits seit Jahren durchführen, ist notwendig.



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