Eigenfett-Transfer – Lipofilling

Eigenfett ist ein Material, das viele Vorteile hat: Es ist leicht zu gewinnen, hat dieselbe Genstruktur und kann daher nicht abgestoßen werden. Eigenfett bleibt an der Stelle, an der es angewachsen ist, ein Leben lang erhalten. Die Methode der Eigenfett-Transplantation (ist nicht das korrekte Wort: Transfer ist richtig) hat in den letzten Jahren starke neue Impulse erfahren. Die Einheilungs-Rate ist deutlich verbessert worden und auch neue Anwendungen wurden entwickelt.

Wo Vorteile sind, gibt es auch Nachteile. Diese sind beim Eigenfett-Transfer: Alle Zellen heilen niemals ein; wieviel Gewebe bestehen bleibt, hängt von der Technik und der Lokalisation ab. Die Zellen brauchen Ruhe und Blutversorgung, um anwachsen zu können. Deshalb funktioniert Eigenfett bei der Lippe schlecht, da diese immer in Bewegung ist. Was die Blutversorgung der Zellen betrifft, können vor allem große Mengen nicht einheilen. Deshalb ist Eigenfett nicht geeignet, um ein Brustimplantat zu ersetzen.

Mit Eigenfett gut zu korrigieren

Eingesunkene, unregelmäßige Areale nach Vernarbung oder unregelmäßiger Fettabsaugung sind mit Eigenfett meist gut zu korrigieren. Bei dieser Fragestellung sind oft mehrere Behandlungsschritte erforderlich. Die Behandlung führe ich im Ambulanz-Operationssaal der EMCO Privatklinik durch, meist in Lokalanästhesie und ambulant – aber bitte nicht sofort Auto fahren. Eine Kompressionshose oder ein Kompressionsverband sollte ca. 10 Tage getragen werden. Um den Zellen Ruhe zum Einheilen zu gewähren, sollte der Körperteil möglichst geschont und wenig bewegt werden.

 

Eingefallene Wangen – hier verwende ich meist das gleichzeitig bei einem Facelift und Halslift am Hals abgesaugte Fettgewebe. Internationale Studien zeigen auf, dass sich auch die Hautstruktur nach Eigenfett-Unterfütterung deutlich verbessert. Grund dafür können im Eigenfett enthaltene Stammzellen sein, die sich auch in Kollagen produzierende Zellen wandeln könnten. Wichtig für die Wangen ist, dass gleichzeitig ein Facelift durchgeführt wird, damit auch die Hautkontur straff ist und nicht die Wange allein dicker aussieht.

 

Wadenkorrektur – ich habe bei einigen Patienten gute Erfolge mit der oft auch einseitigen Korrektur von sehr schmalen Wanden mit Eigenfett erzielt. Es kann hier nicht massiv verdickt werden, aber ein sichtbarer Ausgleich war für die Patienten bereits sehr zufriedenstellend.

 

Ausgleich im Dekolleté – bei sehr dünner Unterhaut und vorhandenem Brustimplantat ist die normale Fältelung der Implantate bei bestimmten Bewegungen sichtbar. Neue Studien zeigen hier gute Ergebnisse mit Eigenfett – heikel ist jedoch die Platzierung knapp oberhalb der Implantate bei dünner Haut. Auch beim Dekolleté sind zwei bis drei Behandlungen einzuplanen. Der Abstand dazwischen sollte ca. 6 Wochen betragen.

Mit Eigenfett weniger gut zu korrigieren

Lippen – wegen der starken Bewegung können die Fettzellen kaum anwachsen und die nötige Überkorrektur in der ersten Zeit sieht auch nicht gut aus.

 

Feine Wangenfältchen – diese kann ich durch Injektion von Hyaluronsäure-Präparaten viel genauer ausgleichen. Jeder Zehntel Kubikmilliliter wird von mir an der richtigen Stelle platziert. Das kann mit der großen Menge Eigenfett, die nötig wäre, nie so exakt ausgeführt werden.

 

Eingesunkene Unterlider – bitte diese nicht mit Eigenfett korrigieren, wenn sie hohl erscheinen. Ich habe auswärts behandelte Patientinnen gesehen, die dann durchscheinende Fett-Depots in der dünnen Unterlidhaut bekommen haben. Diese sind dauerhaft und sind kaum zu entfernen.

Dazu eine aktuelle Anfrage aus dem Internet

Alter 28
Anfrage:
Nach meiner Eigenfettunterspritzung vor 6 Wochen (Unterlider) bei einem anderen Arzt haben sich Knubbel gebildet. Ich suche einen Arzt, der mir helfen kann. Wissen Sie vielleicht, ob sich die Knubbel von alleine lösen? MfG M.S.

Ich muss dazu antworten, dass ich eine solche Behandlung von vornherein NICHT empfehle! - Eigenfett, wenn es an diesen Stellen angewachsen ist, löst sich dort nicht mehr auf und kann nur chirurgisch entfernt werden.

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